Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten in Nauroy " Geteiltes Leid-Geteilte Freundschaft"

Im Rahmen der zahlreichen Centenaireveranstaltungen zum Ersten Weltkrieg reisten wir mit einer Gruppe Dresdner Schüler und Schülerinnen des FZ Makarenko vom 19.-22. Mai 2017 nach Nauroy/ Frankreich.

Gemeinsam mit unseren Freunden der Association Les amis de Nauroy et de l'église de Beine und Gästen aus Hessen und Baden/Württemberg beteiligten wir uns an diesem Wochenende an den Gedenkveranstaltungen „Geteilte Freundschaft - Geteiltes Leid". Wir gedachten, den bei den Kämpfen um den Mont Cornillet durch Artilleriebeschuss gefallenen 600 deutsche Soldaten über des württembergischen IR 476. Auch die Sachsen hatten in wenigen Tagen über 200 Gefallene zu beklagen (z.B. das Dresdner Schützenregiment Nr. 108). Seit 2011 pflegen wir mit gemeinsamen Projekten das Erinnern und Gedenken an die Zerstörung des Dorfes Nauroy sowie der vielen Opfer bei den Kämpfen um die Höhenzug von Moronvillers mit dem Mont Cornillet..

Dazu ein Zitat aus der Begrüßungsrede der Bürgermeisterin von Beine-Nauroy Madame Catherine Renard: "Ich möchte einen bekannten Ausspruch von Winston Churchill zitieren: „Wer die Geschichte vergisst, ist dazu verdammt, sie noch einmal zu erleben.“ - Der so teuer erkaufte Frieden ist es, den wir unbedingt erhalten müssen. Dieses Wochenende des Gedenkens gibt uns Gelegenheit, uns in das Gedächtnis zu rufen, dass die Erinnerung an das Geschehene weiterleben und weitergegeben werden muss."

Merci   Les amis de Nauroy et de l'église de Beine!

Verleihung eines Fahnenbandes für unsere Vereinsfahne

Am 10.5.2017 erfolgte die Verleihung eines Fahnenbandes für unsere Vereinsfahne. Dieses Band wurde von der Gattin des verstorbenen Chefs des Hauses Wettin, Königliche Hoheit  Prinz Maria Emanuel Markgraf von Meißen, Herzog zu Sachsen, I.K.H. Prinzessin Anastasia-Louise, Markgräfin von Meißen, Herzogin zu Sachsen, Prinzessin von Anhalt, gestiftet. Die Übergabe des Bandes erfolgte durch Alexander Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, gemeinsam mit seiner Ehefrau Gisela, Prinzessin von Sachsen  in feierlicher Form. Mehrere Mitglieder des Vereins waren in ihren historischen Uniformen der  Kgl. Sächsischen Armee zur Verleihung angetreten. Zahlreiche Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins waren als Gäste erschienen.

 

Exkursion vom 26.4.- 3.5. 2017 zum Tiger-Day   nach Bovington in England

Am 26.04.17 starteten 27 Mitglieder des Arbeitskreises mit dem Bus nach England.

Ziel der Reise war die Teilnahme am Tiger-Day am 29.4. 17 in Bovington, so wie die Besichtigung vom Panzermuseum in der Stadt, eines der größten in Europa. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war ein Besuch der Stadt Portsmouth mit Besichtigung des historischen Werftgeländes. Die hier liegenden Schiffe, HSM „Victory“, HSM „Warrior“ , und HMS M.33 konnten ausgiebig besichtigt werden. In Dartford hatten wir noch Gelegenheit das Fort Nelson mit seiner umfangreichen Sammlung zum Thema Artillerie intensiv uns anzusehen. Am 2.5. setzten wir mit der Fähre wieder auf das Festland. Bei einem Zwischenstopp in Ostende besuchten wir noch das Atlantikwallmuseum. Hier sahen wir uns einen sehr gut erhaltenen Teil der Verteidigungsanlage, mit Bunkern, Gängen, Geschützstellungen und Beobachtungsposten an. Für den nächsten Tag war die Rückfahrt nach Dresden geplant. Am 3.5.17 gegen 20 Uhr trafen alle Reisenden wohlbehalten und mit vielen Eindrücken von der Reise in Dresden ein.


                                       Christmas Truce

Wer weiß heute noch, dass die Waliser und Sachsen ein Moment von welthistorischer Einzigartigkeit verbindet? 

Beim Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte e.V. in Dresden wurde man 2008 durch eine Anfrage des niederländischen Professors Dr. John Krijnen, welche Regimenter der Sachsen denn 1914 dort bei Frelinghien den Royal Welsh Fusiliers gegenüber lagen, des von beiden Seiten vereinbarten Weihnachtsfriedens wieder gewahr.


Gewiss, der so genannte Frieden war bedauerlicherweise alles andere als das. Er war nur eine vorübergehende, äußerst kurze Gefechtspause – inoffiziell, von den Soldaten initiiert und von den Offizieren teils aus antiquierter Ritterlichkeit, teils schlicht vor vollendete Tatsachen gestellt gewährt.  Auf beiden Seiten war angesichts der vorhergehenden schweren Kämpfe und persönlichen Verluste eine verständliche Bitterkeit zu spüren. Aber, die einfachen Soldaten hatten nach den fürchterlichen ersten Monaten bereits gründlich genug vom Krieg. Dennoch sollte das gegenseitige Töten noch fast vier volle Jahre weitergehen. Aus heutiger Sicht ist das nicht einfach zu verstehen. 


Anders als in Ländern wie Australien, England oder Frankreich ist es in Deutschland aufgrund seiner späteren Geschichte im 20. Jahrhundert ungleich schwieriger unseren Vorfahren im Ersten Weltkrieg als Menschen, nicht nur als Soldaten, würdig zu gedenken.


Seit man jedoch dazu übergegangen ist, den Krieg als Folge einer gesamteuropäischen Krise, eines verhängnisvollen Versagens der Diplomatie und aller Regierungen zu sehen sowie die Schicksale der Menschen über die Frage der Kriegsschuld zu setzen, ist es heute möglich, gemeinsam den Millionen Gefallenen, zivilen Opfern und Zerstörungen gleichsam gedenkend wie mahnend die Ehre zu erweisen.


Dies wird gerade heute und je weiter die Ereignisse im Lauf der Geschichte verblassen, immer wichtiger. Aus dieser Erinnerungskultur heraus und einer Einladung nach Frelinghien folgend, wurde 2008 die Idee einer

gemeinsamen Wanderausstellung

anlässlich des 100. Jahrestages

des Beginns des Ersten Weltkrieges


geboren. Diese Wanderausstellung beginnend 2014 begleitet uns bis heute. Von Dresden und Wolkenstein, Ploegsteert (Belgien) über Armentieres und Frelinghien (Frankreich) bis Bodelwyddan (Wales-UK) sowie Zwickau kann und konnte diese Exhibition zahlreiche Besucher anlocken und brachte immer wieder neue Informationen zu den Weihnachtsgeschehnissen von 1914, zuletzt in London bei den Royal Fusiliers. Hier waren es Soldaten des 14. Kgl. Sächs. Infanterie-Regts Nr. 179 in Le Quesne (frz. Flandern) die mit den gegenüberliegenden Engländern die Verbindung suchten. Dabei tauschte ein sächsischer Soldat seine Pickelhaube gegen Schokolade. Noch heute besitzen die Nachkommen von Major Charles Meredith Bouverie Chapmann jenen Helm!